Mit uns vollbringen Menschen scheinbar Unmögliches!

Auch eine Solo-Weltumsegelung.

Land in Sicht

 

20. September 2019 - Die letzten zwei Wochen waren wohl die emotionalsten der bisherigen Reise. Die Segel sind mit Wind gefüllt und es geht voran, der Atlantik ist erreicht. Aber das Wasser ist unruhig und Peter hat mit hohen Wellen zu kämpfen. Das Anleinen auf dem Deck sichert sein Überleben, das sollte sich einige Male beweisen.

Der Mastfuß knarzt und die Trinkwasserreserven sind um 200 Liter geschrumpft. Der verunreinigte Haupttank ist unbrauchbar und die körperliche und geistige Herausforderung macht sich sehr schnell bemerkbar, denn Trinkwasser ist auf einmal knapp. " [...] ich habe mich regelrecht daran vergiftet, vermutlich durch die Chlorierung. Durchfall, Schwäche, zittern, jeder Handschlag war so nur schwer zu bewältigen." berichtet Peter. Der Körper ist geschwächt, aber an Schlaf ist nicht zu denken bei den Wetterbedingungen.

Auch wenn Reservekanister mit Wasser an Bord sind, wird Peter schnell klar, dass er mit dem HandWatermaker das Trinkwasser nicht kompensieren kann. Jetzt ist mentale Stärke angesagt. Und die hat Peter bereits oft genug bewiesen.

Der Körper ist müde, das Kanarzen des Mastfußes breitet sich weiter aus. Und plötzlich steht Peter vielleicht vor der schwersten Entscheidung überhaupt: Kann er es schaffen? Ist seine SY Timshal noch in der Lage, die nächsten Monate durchzuhalten? Nein.

Peter hat sich entschieden, die Weltumsegelung abzubrechen und sein Leben nicht aufs Spiel zu setzen. Beides zusammen, der Mastfuß und der Trinkwasserverlust sind einfach zwei Faktoren, die nicht hätten zusammenkommen dürfen.

Und nun ist es endgültig, "Es wird keine weiteren Versuche mit Timshal mehr geben. Aber ich habe es versucht, nicht aufgegeben. Und so hält sich die Traurigkeit in Grenzen, denn das hier ist keine Pauschalreise, kein Videogame, in dem man wenn es nicht so Recht klappt zur Not einen Cheat nimmt um dennoch zu gewinnen."

Mit uns vollbringen Menschen Großartiges und scheinbar Unmögliches. Ein Satz, der sich trotz des unerwarteten Ausgangs als roter Faden durch Peters Geschichte zieht . Denn er hat es zwar nicht non-stop um die Welt geschafft, aber hat in dieser kurzen Zeit Großartiges geleistet und ist über sich hinausgewachsen. Die Erlebnisse der letzten Wochen haben ihn nur stärker gemacht und ihm gezeigt, welchen Herausforderungen er trotzen kann. Und es wird mit Sicherheit nicht das letzte Mal sein, dass wir von Peter etwas hören werden. Denn "andere Abenteuer warten nun darauf bestanden zu werden und ich freue mich darauf mit Ehrgeiz daran zu arbeiten!", so Peter.

Peter ist sicher im Hafen gelandet und ist gesundheitlich auf dem Weg der Besserung! Er hat seinen Traum verfolgt, nicht aufgegeben und im entscheidenden Moment Verantwortung für sich selbst übernommen.

 

 

Zwei turbulente Wochen mit Knockdown und Delfinen

 

06. September 2019 - die ersten zwei Wochen sind überstanden, den englischen Kanal hat Peter hinter sich gelassen. Die Zeichen dafür standen aber nicht immer gut. Am 28. August zog ein ordentlicher Sturm auf. Schafft er es rechtzeitig aus dem Kanal raus? Die Zeit drängelte, der Schlaf war mangelhaft, die Müdigkeit überwältigend und die Augen fielen regelmäßig zu. Es waren nun fünf Tage ohne richtigen Schlaf, den er sich in dieser gefährlichen Situation aber nicht erlauben konnte. 

Und dann auch noch das: der Zoll lässt Peter nicht so einfach weitersegeln. Auf die Frage nach Start, Ziel und geplantem Rückreisedatum antwortete Peter ehrlich: Ijmuiden und Ijmuiden. Wenn alles gut geht, bin ich in einem Jahr zurück. Die Beamten stellten sich in diesem Moment sicherlich die Frage, ob Peter getrunken hat oder einfach nur verrückt ist. Tja, keines dieser Dinge stimmt. Wir würden es als zielstrebig und leidenschaftlich bezeichnen.

Die Dinge überschlagen sich. Nun sind es schon sechs schlaflose Tage und Nächte und das Wetter nimmt keine Rücksicht auf Verluste. Ein Sturm zieht auf, das Wasser ist unruhig. Knockdown. Seine Timshal hat Schlagseite bekommen. Einige Dinge sind über Bord gegangen, Wasser ist in die Timshal gelaufen und Peter musste einige kleine Reperaturen am Boot vornehmen.

Aber er ist ein Kämpfer und so segelte Peter noch in derselben Nacht weiter, denn es zieht ein weiterer heftiger Sturm auf. Und egal wie: Er muss aus dem Kanal raus. Am nächsten Morgen konnten alle aufatmen. Er hat es geschafft und die anschließende Flaute kommt gelegen, denn Peter hat definitiv Schlaf-Nachholbedarf. Seit ein paar Tagen hat Timshal nun aber ordentlich Wind in den Segeln und Peter kommt gut voran. Endlich! Die Freude wurde dann noch von nebenher schwimmenenden Delfinen getoppt. Zum Neidischwerden!

Aktuell befindet sich Peter zwischen Frankreich und Spanien und versucht einem Sturm auszuweichen. Wo er sich genau befindet, seht ihr hier. Eins haben wir in den ersten Tagen seines Abenteuers gelernt: Langweilig wird ihm sicherlich nicht!

Das Abenteuer beginnt!

 

24. August 2019 - Die Leinen sind los, die SY Timshal und Peter bewegen sich in Richtung Weltmeere. Heute um 10 Uhr ist Peter mit seinem Boot in Ijmuiden ausgelaufen und startet nun das Abenteuer seines Lebens. Was ihn erwartet ist unklar. Trotz jahrelanger Vorbereitung und zwei abgebrochenen Starts im Jahr 2018 ist die Aufregung groß, der Wille aber unerschütterlich. Hoch konzentriert, dem Abschiedschmerz zu trotz, richtet Peter den Blick nach vorn. Sein Traum wird nun zur Wirklichkeit. Wenn alles klappt wird er in ca. einem Jahr wieder bei uns einlaufen.

Ein 210 Liter voller Wassertank, Lebensmittelvorräte für ein Jahr, Medikamente für fast jeden Notfall und das nötigste Handwerkszeug sind verstaut. Peter ist auf seine Angel angewiesen, um seine Nahrung zu sichern, seine restlichen Lebensmittel werden streng rationiert, Unvorstellbar, dass er nach Aufbrauchen seiner Wasservorräte für einen halben Liter Trinkwasser, eine halbe Stunde pumpen muss und er ein Jahr alleine auf seiner SY Timshal ist.

Auf seiner Seite könnt ihr seine Route verfolgen.

Wir glauben an dich, lieber Peter, an deine Idee, deinen Willen und deine Stärke. Wir wünschen dir eine unvergessliche Reise und freuen uns auf deine Geschichten und Abenteuer!

Was GSM mit einer Weltumsegelung zu tun hat

 

23. August 2019 - Eine Non-Stop Solo-Weltumsegelung. Ein Vorhaben, das nicht eben mal spontan umgesetzt ist. Ganze neun Jahre hat sich der 49-jährige Peter Conrad auf diesen Moment vorbereitet. Alleine dies zeigt: Der Mann hat Durchhaltevermögen. Jeder Cent und jede freie Minute wurde in die Vorbereitungen und seine SY Timshal investiert, um sie startklar für die Reise um die Welt zu machen.

Alleine mit einem Segelboot um die Welt? Zehn bis zwölf Monate auf dem Wasser ohne Zwischenstopp? Während der ein oder andere, das für eine verrückte Idee hält, ist es für Peter ein Traum, der schon seit vielen Jahren in ihm schlummert. Seine Seele ist auf den Weltmeeren zu Hause. Das ist uns bei GSM mittlerweile bewusst geworden. Dies erklärt seinen Ehrgeiz und Kämpfer-Mentalität, wenn es um seine Reise geht. Dennoch wirkt er gelassen, ein Mann der in sich ruht. Seine Erfahrungen auf dem Wasser sowie sein technisches und handwerkliches Geschick sind gute Voraussetzungen, in einem Jahr wieder bei uns einzulaufen. Dennoch, sein Vorhaben ist nicht ungefährlich. Eine Einhand-Weltumsegelung hat seit 1984/85 mit Wilfried Erdmann kein Deutscher mehr geschafft.

Aber wir glauben an ihn und seine Willenskraft, die Welt zu umsegeln. Denn mit uns vollbringen Menschen Großartiges und scheinbar Unmögliches. Unsere Bestimmung, die uns direkt in den Sinn kam, als wir von Peter's Vorhaben erfahren haben. Und das ist auch der Grund und unsere Motivation, warum wir den Mann der Meere bei seiner Reise unterstützen. Unsere Bestimmung ist seine Motivation. Diese Worte stehen nun auf seiner SY Timshal und werden ihn in der ein oder anderen Minute des Zweifelns wieder motivieren, durchzuhalten und seinen Traum zu verwirklichen.

Als GSM eine Woche vor seiner Abreise der Frage nachging, was ihm noch fehlt, um seine Weltumsegelung zu meistern entgegnete uns seine Lebensgefährtin Christina: "Ein Sturmanker. Dieser ist überlebensnotwendig." Gesagt, getan. Sein "Lebensretter" befindet sich nun an Board, das Outdoorhandy ist da und das Satellitentelefon ist für ein Jahr aufgeladen. So kann Peter mit der Welt an Land in Kontakt bleiben.

Es kann losgehen!